Berichte von 08/2014

Sonntag, 31.08.2014

Die Klippen von Atwia

Heute sind wir hoch auf die Klippen von Atwia gewandert. Der Weg war mega anstrengend, hat sich aber alle male gelohnt.

Wir sind von uns aus mit dem TroTro bis Effiduase gefahren und von dort aus mit einem Taxi in das kleine Dörfchen Abasi. Die Taxifahrt war übrigens mal wieder der Horror. Wir sind mal wieder mit 70 Sachen durch ein Schlagloch gebrettert, sodass der Aufprall echt voll im Rücken weh getan hat. Und meint ihr, die fahren danach mal ein bisschen Vorsichtiger? Nöö! Ich hab wie gelehmt hinten drin gesessen und die ganze Zeit nur "slowly" gekrischen

 

 

 

Naja, jedenfalls haben wir 1 Cedi Eintritt für die Klippen gezahlt und sind direkt hochmotiviert losgestiefelt... 

 

 

 

.... und waren nach 10 Minuten schon gut bedient!  Bei dieser Hitze, so steilen Treppen und Hänge hochzukrakseln war schon echt ne Zumutung 

 

 

 

 

Wir sind ungefähr 1,5 Stunden gelaufen, bis wir am höchsten Punkt ankamen. Auf dem Weg dorthin haben wir viele Sachen gesehen, wie zum Beispiel dieses komische Wesen mit seiner riesigen roten Nase 

 

 

oder Tausenfüßler..

 

 

und irgendwelche Früchte.. 

 

 

und Kakaobäume.. Lustig, dass die Kakaofrüchte nicht nur in der Baumkrone, sondern auch am Stamm wachsen 

 

 

Die Klippen haben 9 verschiedene Camps, in denen sich Christen zum Beten und Meditieren treffen. Camp 3 war das höchstgelegene Camp. Dort sind wir hingewandert wegen dem gewaltigen Ausblick. 

 

 

Dort waren viele Leute, die gebet haben. Wir wurden oft angesprochen, warum wir hier oben seien und ob wir hier über Nacht bleiben. Es gibt nämlich viele Rucksacktouristen, die sich dort oben ein Camp aufschlagen wegen dem tollen Ausblick- das wird von den Leuten allerdings nicht tolleriert, da dies ein heiliger Ort ist und kein Campingplatz.

 

 

 

Der Ausblick war jedenfall einfach nur wahnsinnig schön und überwältigend. 

 

 

 

 

.. bis auf den ganzen Müll der dort abgeladen wurde  Aber das ist ja mittlerweile nichts mehr neues.  Es ist einfach überall so schrecklick dreckig.

 

 

 

Auf dem Weg nach unten ist uns noch was richtig cooles "passiert". Wir haben schon beim Hochwandern verschiedene Gebetskreise im Dschungel gesehen und eine Gruppe mit ca 30 Mann war gerade am singen, trommeln, tanzen und hat uns zu sich gewunken. Wir sind dazu gekommen, haben mitgeklatscht und gesungen. Wir wurden richtig freundlich empfangen, haben uns der Gruppe vorgestellt, ghanaische Lieder miteinander gesungen und danach auch ein deutsches Lied  Wir haben uns für Laudato si entschieden, weil da jeder der Refrain konnte  Es war ne bomben Stimmung, alle haben dazu geklatscht und getanzt  Danach haben wir uns noch eine Predigt angehört, die extra für uns auf Englisch übersetz wurde. Als wir gegangen sind, haben alle nochmal für uns gebetet und uns bestimmt 8 mal die Handgeschüttelt zum Tschüss sagen  

Leider hab ich von der Gruppe nur ein Foto von weitem gemacht.

 

 

 Auf dem Weg nach unten, haben wir noch einen Typen mit nem lustigen Shirt entdeckt:

"Good guy goes to heavem bad guy goes to Pattya"  

 

 

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal 

 

 

Freitag, 29.08.2014

Eine anstrengende Woche neigt sich dem Ende zu..

Ich bin kaputt und einfach nur froh, dass jetzt endlich Wochenende ist. Die Woche in der Schule war verdammt hart. Ich hab in den letzten Jahren, mit vielen Menschen und Kindern zusammengearbeitet aber so was wie hier hab ich noch nicht erlebt..

Die Kinder haben zur Zeit noch Ferien, müssen aber trotzdem zur Schule kommen, da ihre Eltern arbeiten sind. Deshalb haben wir viele Spiele gespielt wie z.B. mein rechter, rechter Platz ist frei, Galgenmännchen, haben jede Menge Lieder gesungen, Sportparcours aufgebaut, Papierflieger gebastelt, gemalt und und und... Aber nichts lief reibungslos ab. Spätestens um 11 Uhr saßen wir alle da und waren fix und fertig.

Denn jedes mal wenn wir angefangen haben was zu spielen, geriet das nach ein paar Minuten komplett außer Kontrolle. Die Kinder fingen an zu schreien, drehten völlig am Rad und haben überhaupt nicht mehr gehört. Wir mussten ständig laut werden und die Kinder irgendwie wieder unter Kontrolle bekommen. Meistens kam dann die Lehrerin rein, schrie die Kinder zusammen und zwang sie ihren Kopf auf den Tisch zu legen und zu schlafen. Find ich wirklich scheiße, wenn ich das mal so sagen darf.. aber das war leider die einzige Möglichkeit die Kinder mal für einige Zeit ruhig zu stellen.. Das hielt dann aber auch nur maximal 20 Minuten an. Dann fingen sie wieder an herum zu schreien, schmissen Sachen durch die Gegend, schlugen sich usw... Daraufhin wollten wir dann wieder etwas spielen und die Kinder auf andere Gedanken bringen aber dadurch wurd das ganze nur noch schlimmer. Ein ewiger Kreislauf.

Die Kinder können sich halt auch mit nichts beschäftigen, da es keine Spielsachen oder irgendwelche Materialien gibt. Außer auf dem Schulhof, da stehen ein paar Fahrzeuge herum, die aber alle samt kaputt sind.

Und ich find es einfach nur heftig, dass wir keinerlei Unterstützung von den Lehrern bekommen. Wir wurden einfach mal in eine Klasse mit Kindern gesteckt und sollen nun zusehen wie wir zurecht kommen. Vor allem spielt die Sprache auch noch eine große Rolle. Ich kann mich den Kindern gegenüber nicht immer so ausdrücken, wie ich es gerne würde. Mir fehlen oftmals die richtigen Worte dafür. Und die Kinder versteht man auch nur ganz schlecht, da sie so leise reden und alles ganz anders betonen.

Ich weiß mir echt nicht mehr zu helfen und kann nur hoffen, dass sich das ändern wird, sobald die Ferien vorbei sind und der richtige Unterricht wieder los geht.

 

Hier noch ein paar Bilder, die meistens zum Anfang gemacht wurden, als noch alles friedlich verlief. Vielleicht sollte ich die kommende Woche mal ein paar Bilder schießen, wenn schon alles außer Kontrolle geraten ist 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber genug von Schule, jetzt ist erst mal Wochenende 

____________________________________________________________________________

 

Was die Woche sonst noch so ging...

 

Hab auch übrigens meine fertigen Sachen vom Schneider geholt. Die Teile sind der Wahnsinn. Ich hab mir eine Hose bestellt, ein Rock, zwei Stoffbeutel und ein Schminktäschchen.

 

 

 

 

 

Dann haben wir noch Dewinas 1. Geburtstag gefeiert. Sie ist die jüngste Tochter unserer Gasteltern. Es waren ein paar Verwandte da und es gab ne ordentliche Sektdusche im Wohnzimmer 

 

 

 

 

 Unser Zimmer haben wir auch mal aufgewischt.. Allerdings war das nicht so easy going. Unser Gastdaddy hat uns nämlich Mengen an Waschpulver in den Eimer geschüttet, sodass der komplette Fußboden voller Schaum war  Hab dann gefragt, ob er irgend ein altes Handtuch zum Aufwischen hätte, da der Mopp das Zeug nur noch mehr verschmiert und aufgeschäumt hat  Hab allerdings kein Handtuch, sondern ne alte Wickelunterlage bekommen 

 

 

 Hab auch ne "kleine Frrrreundin" hier gefunden. Der neue Hund von unserer Gastfamily Namens Angel  . (Ps. die Jule kann sie trotzdem nicht ersetzen)

 

 

Joa, dann haben wir uns ein Abend mal Spaghetti mit Tomatensoße gekocht, weil wir keine Yams und Kochbananen mehr sehen konnten

Ansonsten ist die Woche über nicht so viel passiert.. außer, dass wir oft kein Wasser und viele Stromausfälle hatten

 

 

Sonntag, 24.08.2014

Der heilige Bosumtwi-See

Heute waren wir in Abona am Busumtwi- See. Der ist ungefähr 45 Minuten von uns entfernt. Wir fuhren mit dem Trotro ein paar Orte weiter und anschließend mit dem Taxi nach Abona. Die Trotrofahrt war übrigens der Horror. Die hacken durch die Pampa, ohne Rücksicht auf Verluste. Sind mit 70 Sachen durch ein Schlagloch gebrettert und dann hätten wir beinahe noch einen Hund überfahren. Ich sag euch, da brauch man Nerven aus Stahl  Hab 3 Kreuze gemacht als ich aus dem Teil ausgestiegen bin 

Am See angekommen wurden wir erst mal in ein kleines Informationshüttchen gebracht. Dort klärte man uns ein wenig über den See auf und wir mussten 10 Cedi Eintritt zahlen. Das sind umgerechnet 2 Euro. 

 

Am Anfang des Sees waren ein paar kleine Stände aufgebaut, an denen man Schmuck kaufen konnte, weiter hinten waren Bars, wo laute Musik lief. Dann haben wir einen kleinen Jugen getroffen der uns zum Restaurant gebracht hat. Und haltet euch fest!! Es gab Pizza, Burger und Nudeln!! Ich konnt mein Glück gar nicht richtig fassen und hab mir erst mal eine große Gemüse-Pizza bestellt 

 

 

 

 Während wir auf das Essen gewartet haben, kamen 2 Jungs zu uns, die uns ein Spiel Namens Oware beigebracht haben. In Deutschland kenn ich das nur unter Steinchen-Spiel, mit etwas anderen Spielregeln  Hat aber Spaß gemacht.

 

 

Danach sind wir schwimmen gegangen. Das Wasser war so warm, abkühlung konnte man das nicht nennen.. 

 

 

 

 

Gegen 5 Uhr sind wir wieder nach Kumasi zurückgefahren und wurden von unserem Gastdaddy an der Trotro-Station abgeholt. Wir sind dann noch in eine Bar gefahren, haben paar Bier und Jägermeister gekippt

Übrigens fahr ich mit unserem Gastdaddy überhaupt nicht gerne Auto Er fährt mit 70 durch die Ortschaften, übersieht Geschwindigkeitswellen und Schlaglöcher... genau so wie Kanalabflüsse- in so einen ist er nämlich mit dem Vorderrad reingefahren. Dann saßen wir auch schon zu 9. im Auto und haben an jeder Geschwindigkeitswelle aufgesetzt 

 

Samstag, 23.08.2014

Central Market, Kumasi

 

"Der Central Market ist groß, er ist laut, er ist vital, charmant und hässlich, er ist chaotisch, aber funktioniert.“

 

Der Markt in Kumasi ist einer der beeindruckendsten Märkte in Afrika. Er ist ca. 10 ha groß, sprich 14 Fußballfelder. Wir sind stundenlang durch den Markt gelaufen und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Man findet dort eigentlich so ziemlich alles was man brauch... außer Obst. Da gab es überhaupt nicht viel Auswahl. Wir haben gerade mal ein paar Bananen, Papayas und Ananassen gesehen. In so vielen Büchern hab ich gelesen, dass es hier mengen an Mangos geben soll. Ich hab bisher noch keine einzige gesehen

Der Markt besteht eigentlich nur aus kleinen engen Gassen, wo gerade mal zwei Leute aneinander vorbeikommen. Links und rechts sind zum größten Teil Lädchen, die oft sehr klein, aber dafür sehr hoch sind. So haben viele eine Fläche von ca. 6m², sind dafür aber 6 Meter nach oben vollgepackt mit Sachen.

Wenn man den Markt von oben so betrachtet, sieht man eigentlich nur Wellbleche und denkt als erstes an ein Slumgebiet. Ich kann das gar nicht so richtig beschrieben, man muss den Markt einfach miterlebt haben. Ich habe unheimlich viele Bilder geschossen, damit ihr euch so uuuuungefähr vorstellen könnt, was dort überhaupt los ist.

 

 

Hier sieht man auf beiden Bildern den Markt von oben. Das zweite Bild ist nur ein kleiner Ausschnitt der Marktes. Als wir da oben standen, konnte man  noch viel viel mehr gesehen.

 

Afrikanische Riesenschnecken werden hier gerne gegessen  Da wird mir ganz anders wenn ich drank denke  Übrigens haben die noch gelebt,

 

Die armen Krebse lagen dort auch noch lebendig, zum Päckchen zusammen gebündelt

 

Der Markt liegt zum Teil auf dem Bahnhof wie man unschwer an den Schienen erkennen kann

 

verschiedene Samen und Nüsse.

 

Selbstgebaute Roller 

 

Das Fleisch wird dort vor Ort verarbeitet bzw direkt geschlachtet. So mussten wir uns mit angucken, wie gerade ein Huhn geköpft wurde. Ekelhaft   Also ICH würd da kein Fleisch kaufen, weil die Tiere echt unmöglich gehalten werden, es total unhygienisch ist und am ganzen Fleisch Fliegen sitzen 

 

Diese Frau hat ihre Hühner unten einem Netz in einer großen Schüssel auf ihrem Kopf durch die Gegend getragen. So etwas meine ich mit unmöglicher Haltung..

 

Die 2 armen Hühnchen sind ihr aus der Schüssel gefallen 

 

Schweinefüße 

 

Fisch gab es eigentlich an so gut wie jeder Ecke zu kaufen..

 

Samen und Gewürze..

 

Keine Ahnung was das ist, ich kann es nur vermuten 

 

 

Das ist so ein kleiner, aber total hoher Stofftladen, von dem ich vorhin erzählt hab 

 

Wir haben uns auch einige Stoffe gekauft und die danach zum Schneider gebracht. Ich hab mir 2 Taschen und eine kurze Hose bestellt. Bin schon auf Montag gespannt, wenn die Sachen endlich fertig sind

 

Koksnüsse  Davon haben wir uns eine gekauft und getrunken. 

 

 

Yam Wurzeln, die werden hier oft gegessen..

 

 

 

Donnerstag, 21.08.2014

2nd day at school

Der Tag heute, verlief schon wesentlich besser, als der gestrige 

Wir mussten heute schon um 8 Uhr da sein und gingen wieder ins unsere Klasse. Wir waren überrascht, dass heute nur 12 Kinder da waren. Gestern waren es nämlich 25. War aber auf jedenfall viel angenehmer  

Wir waren den ganzen Tag heute alleine in der Klasse, es hat aber relativ gut funktioniert. Wir starteten den Tag mit ein paar Worträtseln und spielten danach nur noch. Wir brachten den Kindern Schnick Schnack Schnuck bei, was mega gut ankam, sangen viele verschiedene englische Lieder und tanzten dazu, spielten Kreisspiele, hatten einen Maltisch und verschiedene Puzzle.

Die Kinder waren heute einfach nur total lieb, kuschelbedürftig und hingen die ganze Zeit an uns.. Es gab keine Schwierigkeiten, bis auf ein paar Jungs, die sich die ganze Zeit geschlagen haben und mega überdreht waren. Die hab ich mir dann mal zur Seite genommen, zurecht gewiesen und dann hat das auch wieder einwandfrei funktioniert  Ab und zu, ist zwar schon noch mal jemand aus der Reihe getanzt, aber das war auch nicht so dramatisch wie gestern

Wir waren heute auch alleine mit den Kindern im Hof Händewaschen und haben das Essen selbstständig verteilt. Auf einer Seite find ichs irgendwie krass, dass man uns gleich alleine lässt, auf der anderen Seite aber auch wieder gut, da man uns echt mega viel Vertrauen schenkt. 

Die Arbeit macht mir echt total viel Spaß, ist aber auch genau so anstregend. Ich freu mich wahnsinnig auf das bevorstehende Jahr und hoffe, dass wir einiges Verändern können.

 

Schenk einem Kind ein wenig Liebe und du bekommst eine Menge zurück!

 

 

 

 

 

____________________________________________________________________________

 

Und übringens, ich hab heute das erste mal meine Wäsche mit der Hand gewaschen, weils hier sowas wie ne Waschmaschiene leider nicht gibt. Den Schock hab ich aber mittlerweile gut verkraftet..

Ich musste das draußen im Hof machen und hatte einen riesen Wäscheberg vor mir liegen. Nächstes mal wasch ich definitiv eher  Eigentlich wäscht immer meine Mutti oder Oma zu Hause oder halt wenigstens die Waschmaschiene   

 

 

 

 

Mittwoch, 20.08.2014

My first day at school

 

 

 

Heute war mein erster Arbeitstag im Mariah Estee learning Centre. Es ist eine frühkindliche Erziehungseinrichtung/ Schule für Kinder von 2-7 Jahren. Ich arbeite dort zusammen mit einer anderen Freiwilligen. 

Wir wurden total freundlich empfangen und jeder hat sich gefreut, dass wir für ein ganzes Jahr an der Schule bleiben. 

Als erstes haben wir uns der Direktorin vorgestellt. Diese hat uns die Schule gezeigt und uns direkt in unsere Klasse gebracht. Als wir dort reinkamen, standen alle Kinder auf und begrüßten uns freundlich im Chor (auf Englisch). Das war erst mal ein ungewohntes Bild..

Gerade im Klassenzimmer angekommen, sollten wir auch sofort mit dem Unterricht beginnen. Damit habe ich natürlich gar nicht gerechnet  Es hat aber super funktioniert. Wir haben verschiedene Länder+ Hauptstädte abgefragt und haben Zahlen vorgelesen, welche die Kinder uns buchstabieren mussten. Wenn wir ein Kind dran nahmen, ist es aufgestanden, hat seinen Namen gesagt und anschließend die Zahl buchstabiert. Wenn die Kinder ihren Namen vergessen haben zu sagen, wurden sie von der Hilfslehrerin angeschrieen und beganen noch mal von vorne. Der Lehrer saß übrigens auch nur stumm in der Ecke und hat uns die Klasse komplett überlassen  Als wär das nicht schon genug für den Anfang.. Nein, die Lehrer verließen aufeinmal beide den Raum  Und zack sprangen alle Kinder auf, rannten durchs Klassenzimmer, warfen Sachen durch die Gegend und schrieen wie verrückt. Die Klasse war auf einmal außer Rand und Band   Alina und ich haben uns dann auf die Schnelle irgendwelche Spiele und Lieder ausgedacht, aber das hat die Kinder nur noch mehr aufgedreht. Jedenfalls nahm das so weiter seinem Lauf, bis die Lehrerin wieder kam, weil es Essen gab. Die schrie die Kinder dann an, und schwups saßen sie wieder seelenruhig auf ihrem Platz. Während der Essensausgabe wurden manche Kinder von der Lehrerin gehauen... Ich sah auch schon auf dem Schulhof viele Lehrer mit einem dünnen Stock rumlaufen. Ich wusste, dass es in Ghana noch üblich ist, dass man die Kinder schlägt. Trotzdem war es hart so etwas zu sehen... Somit verschaffen sich die Lehrer Respekt.. Und da die Kinder genau wissen, dass wir sie nicht schlagen, versuchen sie erst mal die Grenzen zu testen. Ich weiß aber, dass man sich Respekt auch anders verschaffen kann und hoffe, dass wir in dem Jahr in der Hinsicht etwas bewirken können... 

 

 

Die Schüler sind zwischen 5 und 6 Jahre alt und besuchen die erste Klasse. Sie können schon alle lesen, rechnen und schreiben. Das hat mich mega gewundert, weil es bei uns so üblich ist, dass die Kinder solche Sachen meistens erst in der 1. Klasse lernen. 

 

Vor dem Essen werden die Hände im Hof gewaschen.. 

 

Vor dem Essen beten alle Kinder. Und während dem Essen darf nicht gesprochen werden..

 

Um 2 Uhr war der Unterricht für uns das vorbei. Wir gingen ins Büro zur Direktorin und gaben ihr ein Feedback. Es hat wirklich mega viel Spaß gemacht, war aber genau so anstrengend gewesen

Dann warteten wir darauf, abgeholt zu werden. Wir saßen noch insgesamt 1,5 Stunden bei der Direktorin bis endlich jemand kam. Das hat mich aufgeregt, weil wir den Weg nach Hause kannten, unser Gastdaddy aber darauf bestanden hat uns abzuholen. Und der kam noch nicht mal selbst, sondern hat ein Angestellten vorbei geschickt 

Als wir dann endlich zu Hause ankamen, war mit mir auch nichts mehr anzufangen. Ich war nach dem Tag wirklich mehr als bedient 

 

 

 

 

Dienstag, 19.08.2014

cooking FUFU

Heute war es schon so weit, wir haben Fufu "gekocht" bzw zubereitet. Es ist ein typische ghanaisches Essen. Es besteht aus zerstampften Kochbananen und Manjok. Ich hab das schon mal versuch zu Hause nach zu kochen, mit normalen Bananen und Süßkartoffeln. Leider ging das total in die Hose..

Hier hab ich die Zubereitung mal bisschen dokumentiert: 

 

Als erstes wird der Manjok in der Schale mit einem großem Mörser zerstampft. Währendessen gibt man immer wieder etwas Wasser dazu, bis eine zähe Masse entsteht.

 

Wenn aus dem Manjok nun eine zähe Masse entstanden ist, wird er erst einmal in einem Topf aufbewahrt.

 

Anschließend werden die Kochbananen zerstampft.

 

Es ist übrigens eine schweißtreibende Arbeit

 

Nun werden die beiden Massen vermischt...

 

Anschließend wird der fertige Fufu in portionsgroße Klöße geformt und mit einer würzigen/scharfen Soße serviert. Gegessen wird der Fufu mit den Fingern. Man rupft mundegerecht Stücke ab und tunkt sie in die Soße. Natürlich mit der rechten Hand!! Geschmeckt hat es..Naja.. gewöhnungsbedürftig

 

 Nach dem Essen hab wir dann noch mit den Kids gespielt..

 

 

 

 

Montag, 18.08.2014

noch 347 bis ich wieder nach Hause komme :D

Heute morgen, kam uns ein Mädchen besuchen, welches wir auf dem Universitätsgelände angetroffen haben. Sie ist eine Künstlerin und stellt ihren eigenen Schmuck her. So haben wir uns heute zur ner kleinen Schmuckparty getroffen. Quasi so ähnlich wie ne Tupperparty in Deutschland Ihre Sachen waren wirklich der Hammer, ich hab mir alleine eine Kette, zwei Armbänder und zwei Ohrringe, für gerade mal 80Cedi, gekauft.

 

 

                  

Heute Nachmittag sind wir dann ca 1 Stunde zum Vodafonshop gelaufen. Und kaum zu glauben, wir haben hier endlich INTERNET!!! Ein geiles Gefühl. Wir haben uns einen Wlan Stick gekauft, welcher ca 40 Euro gekostet hat. Da sind jetzt 4GB drauf.. und wenn die verbraucht sind, kann man sich für 50 Cedi neue 5 GB kaufen.

 

Sonntag, 17.08.2014

Going to church

Heute morgen klingelte um 7 Uhr der Wecker. Ganz schön früh für nen Sonntag Zu Hause würde ich niemals auf die Idee kommen zu solchen Uhrzeiten aufzustehen. Aber wir wollten hier ja schließlich in die Kirche gehen.

Wir machten uns alle ganz schick, zogen schöne Kleider an und fuhren mit dem Bus um 8Uhr zur Kirche.

Als wir dort ankamen waren wir ganz schön überwältigt. Wir kamen in eine riesige Halle, mit wahnsinnig vielen Menschen. Auf der Bühne stand ein Chor und eine Sängerin, die wahnsinnig gut singen konnten und ne mortz Stimmung verbreitet haben

Jeder war am tanzen oder singen, riss die Hände in die Luft und strahlte übers ganze Gesicht. Selbst die Predigt war nicht so langweilig wie bei uns. Es wurde einfach nur laut geschrien und gelacht dabei.

Danach, sind wir alle aus der Kirche raus und gingen in ein Nebengebäude. Dort teilten wir uns in Kleingruppen auf, in denen wir über die Bibel und Vorurteile sprachen. Es ging um Homosexuelle, Tätowierte, Menschen mit grellen Haaren usw. Erstaunlicherweise, hatten die Afrikaner mit all den Menschen keine Probleme. Aber leider haben wir nicht alles komplett verstanden, obwohl es auf englisch war. Aber wie gesagt, die Menschen hier, betonen das alles so komisch.

Nach einer Stunde sind wir dann wieder zurück in die Kirche. Dort ging es dann weiter mit Predigten und Kinder haben Briefe von Kindern vorgelesen, die an ihre Eltern gerichtet waren. Von denen wir etwas geschockt waren... Kinder haben ihre Wünsche geäußert wie zum Beispiel: Mama, Papa, ich wünsche mir so sehr, dass ihr mir mal eine Gute Nacht Geschichte vorlest oder mich umarmt bevor ich ins Bett gehe oder ich will nicht nicht, dass mein Papa meine Mama schlägt, nur weil sie nichts gekocht hat. Wir waren sehr schockiert, vor allem weil die ganze Kirche über die Briefe gelacht hat. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass in älteren Generationen manche Frauen stolz darauf waren, von ihrem Mann geschlagen zu werden. So konnte man nämlich zeigen, dass man verheiratet ist. Jedenfalls mussten wir noch 2,5 Stunden dort sitzen bleiben und es war sooooooo anstrengend. Am liebsten wären wir aufgestanden aber das konnten wir nicht bringen. Insgesamt saßen wir also ganze 4 Stunden in der Kirche. Ich war danach wirklich bedient

 

 

 

Mein Fazit: Die Musik und die ersten Predigten waren richtig cool und interessant, aber wenn man dann noch stundenlang ruhig da sitzen muss und nur die Hälfte versteht, wird’s echt langweilig

Achja und nochwas: Ich ernähre mich jetzt auch Vegetarisch. Als ich nämlich die kranken und zerupften Hühnchen auf der Straße, im Müll und in den engen Käfigen gesehen habe, hab ich das Zeug nicht mehr runter bekommen. Genau so teilte ich das auch der Gastmutti mit und für die war das gar kein Problem. Sie musste nur etwas schmunzeln 

Und außerdem, ist hier an fast jedem Essen so komischer Dosenfisch dran, der auch echt komisch schmeckt. Allgemein ist hier das Essen komplett anders. Wir haben die Woche jetzt schon 4mal geröstete Kochbananen gegessen. Die kommen und mittlerweile schon zu den Ohren raus.

So ne 4 Käsepizza oder Käsetortellini mit Käsesoße und Streukäse wär jetzt mal was feinesUnd wo ich grad so über Käse nachdenk, ich hab hier in Kumasi noch nicht ein Stückchen gesehen.

Nächsten Sonntag will uns die Gastmutti Fufu machen. Das ist ein typisch ghanaisches Gericht, welches ich zu Hause schonmal versucht habe nachzukochen. Ist mir leider misslungen.. bin schon gespannt wie es schmecken wird.

 

Samstag, 16.08.2014

Stadtleben

Heute morgen hatten wir unsere 2. Twistunde. Er hat uns gestern ungefähr 50 Vokabeln aufgegeben und wollte heute auch schon alle wissen. Klar, das wir da vollkommen versagt haben

Natürlich haben wir heute noch mehr Vokabeln bekommen und was ganz interessant war: die Vornamensliste entsprechend der Wochentage. In Ghana weiß man nämlich sofort an welchem Tag jemand geboren wurde, sobald der erste Name bekannt wird. Denn in der südlichen Region von Ghana gibt es im Grunde nur 14 Vornamen. 7 für Frauen und 7 für Männer. Die Namen werden je nach Tag der Geburt vergeben. Es sind feststehende Namen, die bestimmen Tagen zugeordnet sind. So heiße ich hier Ama.

 

Wochentag

Mann

Frau

Montag

Kwadwo

Adwoa

Dienstag

Kwabena

Abena

Mittwoch

Kwaku

Akua

Donnerstag

Yaw

Yaa

Freitag

Kofi

Afia

Samstag

Kwame

Ama

Sonntag

Akwasi

Akosua

 

Mittags sind wir dann mit dem TroTro in die Stadt gefahren. Das TroTro ist ein kleiner alter Bus, der die Leute für wenig Geld von A nach B bringt. Wir haben für die Fahrt 1 Cedi bezahlt. Das sind nicht mal 20 Cent.

In der Stadt war eine Menge los, so was kann man sich gar nicht vorstellen. Überall kleine Stände oder Leute mit riesigen Körben auf dem Kopf, die etwas verkaufen wollten und nur am rumschreien waren Mittendrin tausende Autos, die gar nicht vorwärts kamen und wie verrückt hupten.        

 

 

Wir liefen also einmal quer durchs Getümmel Richtung National Cultural Center. Dort gab es viele kleine Stände, an denen man Ketten, Armbänder, Kunstwerke, Kleidung und anderen Nibbes kaufen konnte. Außerdem gab es verschiedene Räume, in denen Kunstwerke ausgestellt wurden.

 

 

Als wir dort so rumliefen, trafen wir auf einen Typen mit einer mächtigen Rastamatte auf dem Kopf Seinen Namen habe ich leider vergessen. Der Typ war einfach nur oberfreundlich und total lustig. Er lud uns in seinen Hinterhof ein und gab ein kleines Konzert. Er spielte Flöte mit seiner Nase, trommelte und hatte währenddessen ein Nagel zwischen dem Fußzeh, mit dem er auf Blechstücke schlug. Als er fertig war, schrie er wie verrückt Zugabe, Zugabe Er wollte, dass wir ihn in Deutschland groß raus bringen und erzählte uns, dass er schon in vielen verschiedenen Ländern und Städten gespielt hätte. Unter anderem auch in Deutschland. Ob das alles so stimmt, weiß ich halt leider nicht Aber jedenfalls meinte er, dass uns seine Tür immer offen steht und wir jederzeit vorbeikommen können. Das werden wir auch auf jeden Fall nochmal tun

 

                                    

 

Um 6 mussten wir dann leider schon wieder zu Hause sein, da es um diese Uhrzeit anfängt dunkel zu werden. Und im Dunklen ist es draußen sehr gefährlich.

Aber uns ist dann noch was ganz witziges passiert Jonas und Vinzent wollten ihr Zimmer aufschließen und ups, da ist der Schlüssel abgebrochen So konnten sie nicht mehr ins Zimmer kommen und haben Richmond (Unser Gastdaddy) gerufen. Der hatte dann ne ganze einfache Lösung und wollte mit nem riesen Pflasterstein die Tür einhauen Bevor es aber dazu kam, schnappte ich mir ne Nagelpfeile und bekam die Tür doch noch auf Seit dem werd ich den Namen Schlosser übringens nicht mehr los Nach langen hin und her haben wir dann auch das abgebrochene Stück aus dem Schloß bekommen und tatataaa, die Tür war wieder ganz.

 

 

So kam dann auch jeder wieder in sein Zimmer und konnte schlafen gehen

 

Freitag, 15.08.2014

AKWAABA- Willkommen!

Heute morgen hatten wir unsere erste Twi- Stunde. Das ist die Sprache, die sie hier in Kumasi sprechen. In Ghana gibt es allein 52 eigene Sprache und rund 100 Dialekte.

Wir haben heute erst mal die Betonung der Buchstaben gelernt und die Zahlen, sowie einzelne Wörter. Unser Lehrer meinte, dass wir nach diesem Jahr fließend Twi sprechen könnten. Da bin ich ja mal gespannt..

Hier mal so n kurzer Einblick:

fa- take

da- sleep

sa- dance

noa- cook  

0- kwee

1-baako

2-mmierm

Das mit der Betonung und der Aussprache ist übrigens echt nicht so easy going, wies hier jetzt vielleicht aussieht

Nach unserer Unterrichtsstunde, gab es wieder Mittagessen. Diesmal haben wir alle mit den Händen gegessen, so ist das hier üblich. Allerdings darf man nur mit der rechten Hand essen- auf gar keinen Fall die linke Hand dafür benutzen. Die ist nämlich unrein. So zeigt man oder gibt man Leuten hier auch nicht die linke Hand.

Nachdem Essen sind wir ein bisschen durch Kumasi gelaufen. Als erstes sind wir zu einer Bank, bei der wir Euros in Cedi umgetauscht haben. Der Kurs steigt und fällt immer mal wieder. Heute hab ich für 20Euro 96Cedi bekommen. Das ist für die Menschen hier ne Menge Geld.

Danach sind wir bisschen durch die ärmeren Teile der Stadt gelaufen. Das hat mir wieder so unendlich leid getan. Es lag überall sooooo viel Müll herum, Hühner und Ziegen sind quer durch die Gassen gelaufen, überall waren kleine Gräben, in denen total dreckiges Wasser lang lief, die Menschen saßen mitten im Müll und kochten sich ihr Essen auf ner Feuerstellen. Aber wiedermal waren die Menschen total gelassen und nur am Lachen. Jeder grüßte uns freundlich, winkte uns zu und vor allem die Kinder sprangen und riefen uns hinterher. Sie haben sich richtig gefreut uns zu sehen.

 

 

      

 

  

So was regt mich dann wieder total zum Nachdenken an. In Deutschland haben wir so unendlich viel, sehen alles als selbstverständlich, gehen arbeiten um uns Luxus zu leisten. Hier geht man arbeiten um seine Familie irgendwie satt zu kriegen. Und obwohl die Menschen hier nicht viel haben, kommen sie mir glücklicher vor, als die Leute in Deutschland. Bei uns geht es immer nur um mehr Leistung, mehr Besitz, mehr Geld, mehr mehr mehr.

 

Achja,noch was- Heute war Alinas 18. Geburtstag. Sie hat eine ordentliche „Dusche“ verpasst bekommen. Das ist hier so üblich an einem Geburtstag.Außerdem hat unser Gastdaddy für die kleine Party reichlich Bier eingekauft Dabei dachte ich, dass Alkohol hier tabu ist. Und wo wir grad beim Thema sind.. ich bin heute den 4. Tag rauchfrei. ( Ja Papa, ja Mama ich weiß, ihr seid stolz auf mich)

 

 

 

                                

       In diesem Sinne, Gute Nacht

 

Donnerstag, 14.08.2014

Alles neu, alles anders..

 

You know all those things you´ve always wanted to do?

You should go do them! 

 

 

Wir sind gestern Abend gut in Kumasi angekommen. Wir waren rund 30 Stunden unterwegs. Die Zeit war mega anstrengend und ganz schön aufregend.

 Am Dienstag um 21:20 startete unser Flieger von Düsseldorf nach Dubai. Als ich im Flieger saß packte ich das Geschenk von meinen Freunden+Familie aus. Es war einfach nur herzzerreißend. Ich hab so dolle geweint, konnte vor lauter Tränen gar nichts lesen und jeder hat sich nach mit umgedreht Aber ich hab mich trotzdem riesig über das Geschenk gefreut. Danke, danke, danke an alle die vielen lieben Menschen!!

Darauf musste dann erst mal ein Bier getrunken werden, mit Jonas (ein Mitfreiwilliger) und Max (den wir im Flieger kennengelernt haben). Von daher war der Flug nach Dubai dann doch noch ganz lustig.

In Dubai angekommen, hatten wir 2 Stunden Aufenthalt, bis es weiter nach Accra ging. Leider hatte unser Flieger technische Probleme, sodass der Flug sich nochmal um 2,5 Stunden verspätet hatte.

Um 15:00 Uhr sind wir dann endlich in Accra gelandet. Dort wurden wir dann von James, ein Mitarbeitet der R.V.O Ghana, abgeholt. Er begleitete uns zum Glück bis nach Kumasi. Ohne ihn wären wir auch etwas aufgeschmissen gewesen Er brachte uns von Flughafen zum Taxi. Mit dem Taxi fuhren wir quer durch die Stadt bis zum Busbahnhof. Die Taxifahrt war der Horror! Eine Straßenverkehrsordnung existiert hier gar nicht Jeder fährt wie er will durch die Straßen und hupt dabei wie verrückt. Wundert mich auch, dass wir keine Leute umgefahren haben.

Die sind nämlich auf der Straße rumgelaufen wie sie wollten und haben allerlei Sachen verkauft wie Massagegeräte, Sonnenbrillen, Essen, Wasser, Süßkartoffel usw. Es wimmelte auf der Straße nur so von Leuten. Und jeder kam an unser Auto, streckte die Hände rein und wollte uns was verkaufen.Was mir auffiel, dass die Leute hier extrem freundlich zu uns waren- obwohl wir nichts gekauft haben.

Was ich weniger schön fand, waren die Slums in der Stadt. Das hat mir leid getan. Und es war so dreckig, überall lagen Mengen an Müll herum.

Als wir am Busbahnhof ankamen, ging es dann nochmal 5 Stunden weiter bis Kumasi. Es hat dann übrigens auch angefangen zu regnen, was ich hier nun wirklich nicht erwartet hatte  Und die Straßen waren auch irgendwie komisch. Sie waren kilometerweit asphaltiert und mitten drin hörte die Straße immer mal wieder auf und wir fuhren durch den Matsch mit metertiefen Schlaglöchern.

Um 22:00 Uhr sind wir dann endlich bei unserer Gastfamilie angekommen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und haben noch etwas von der Gastmutter gekocht bekommen.

Danach haben wir unsere Zimmer gezeigt bekommen, wo ich etwas geschockt war. Es stehen 5 Betten im Zimmer und sonst nichts. Kein Nachttischschränkchen, kein Schreibtisch, kein Mülleimer, kein KLEIDERSCHRANK. So wies aussieht müssen wir uns selbst einen Schrank zusammenzimmern, weil 1 Jahr aus dem Koffer leben, wäre nicht so cool.

Man findet nämlich einfach gar nichts und das Zimmer sieht auch dementsprechend aus. 

Der nächste Schock war dann das Bad. Dort gibt es ebenfalls keine Schränke oder Abstellmöglichkeiten. Und das allerschlimmste, Achtung: Es gibt nur kaltes Wasser. Ich hab bestimmt 15 Minuten gebraucht bis ich dann mal komplett drunter stand

Ansonsten ist alles super. Wir haben Strom, ab und zu mal Internet, nette Leute um uns herum und echt leckeres Essen.

 Ach und womit ich noch so meine Probleme hab, ist die Sprache. Wir sprechen hier zwar Englisch aber die Afrikaner betonen das so komisch und reden vor allem so schnell, dass man nur die Hälfte versteht. Bei unserer Unterrichtseinheit heute morgen musste ich wirklich sehr sehr genau hinhören und öfter nachfragen, damit ich alles versteh.

In dem Unterricht erfahren wir jede Menge über Ghana, wie wir uns verhalten sollten, wo wir was kaufen können und wo nicht uvm. Das ist echt hilfreich für die Anfangszeit, um sich hier irgendwie zurecht zu finden.

 Gegen Nachmittag waren wir heute im Fitnessstudio. Es war einfach zu lustig gewesen. Das Fitti war ein schmaler Gang mit eng aneinander gestellten, uralten, nicht an Strom angeschlossenen Geräten  Schaut her:

 

-Bild kommt noch-

 

Nachdem wir uns dort etwas warm gemacht haben, bekamen wir ein Personal Couch, der uns richtig hart rangenommen hat Ich war nach der Einheit fix und fertig. Aber es war so was von lustig  und die Leute waren total freundlich zu uns. Nach dem Personal Training, sind wir in den Physiotherapie- Raum. Dort bin ich dann total vom Glauben abgefallen :-D In dem Raum war ein Mentholgeruch drin, sodass die Augen gar nicht mehr aufgehört haben zu tränen- aber hey, „it´s good for healthy“

Massiert wurden die Leute dort mit nem Nudelholz oder einem Fleischklopfer Ich hab nur gesagt: Oh we used this in our kitchen. Und alle haben herzlich gelacht. Aber es gab natürlich auch normale Massagegeräte.

Außerdem haben wir noch ein paar Spiele gezeigt bekommen. Darunter ein Klatschspiel. Klatschspiele sind hier übringens für den Stressabbau da. In Deutschland geht man zum Stress abbauen ins Fitnessstudio oder fährt an den Strand, hier spielt man Klatschspiele.

Als wir wieder zu Hause waren, haben wir andere Freiwillige aus der USA und Portugal getroffen, die hier ebenfalls wohnen. Wir haben zusammen gegessen. Es gab Hühnchen mit einer Art Erdnusssoße und gestampften Reis.Total lecker!! Bis eben haben wir noch zusammen draußen gesessen und Kartenspiele aus Portugal gespielt.

Der erste Tag war richtig schön gewesen, jetzt fall ich aber wieder mal tot ins Bett.

Good Night!

 

Donnerstag, 07.08.2014

Bald geht es los!!

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.

In 5 Tagen geht mein Flieger und ich bin mächtig im Stress. Ich muss noch mega viele Sachen erledigen und will natürlich noch unendlich viel Zeit mit meinen Freunden+ Familie verbringen.

Ein Koffer für 1 Jahr packen ist schon nicht so ohne, vorallem für ein Land, in dem man noch nie war. Mann muss einfach an so unendlich viele Sachen denken.. So wie ich mich kenne, werd ich eh die Hälfte vergessen

Aber am meisten zerbreche ich mir ja den Kopf über Klamotten und Schuhe Ich darf keine kurzen Hosen oder Tops tragen und das bei 30°, sollte möglichst farbenfrohe Sachen anziehen . Dabei besteht mein Kleiderschrank zu 80% aus schwarzen und grauen Sachen, darunter viele Leggins und lange Oberteile- also alles nicht geeignet  Sprich ich darf die nächsten Tage noch durch die Kaufhäuser rennen und mir einigermaßen Ghana-taugliche Kleidung besorgen. Puhhh!!

Aber trotz der ganzen Strapazen freue ich mich einfach nur riesig auf mein bevorstehenden Jahr!!