Berichte von 10/2014

Freitag, 31.10.2014

Fleißige(s) Lieschen

 

Spülen, putzen, waschen und die Gastmama glücklich machen! 

 

Heute morgen sind Cecilia und ich zeitig aufgestanden und haben unsere Wäsche gewaschen. Das war wirklich mal wieder dringend nötig, da mein Sack schon überfüllt war (Dabei hab ich mir mal vorgenommen immer rechtzeitig zu waschen)  Man muss sich aber jedes mal aufs neue aufraffen, da es nicht mal eben damit getan ist, die Wäsche in die Maschine zu werfen. Naja.. jedenfalls haben wir die Wäsche heute mal eine Stunde eingeweicht. Ich habe gehofft, dass somit die Flecken mal aus meinen Oberteilen gehen- vergebens. 

Als wir mit waschen fertig waren, machten wir uns an das Chaos in der Küche. Es sah wirklich aus wie Sau  Die kompletten Schränke waren leer geräumt, das ganze Geschirr stand dreckig auf der Küchenanrichte verteilt und überall waren Fliegen um Ameisen. Man hatte nicht mal mehr Platz um irgendetwas abzustellen. Es hat die letzten Tage halt wirklich keiner einen Handschlag getan.. Weder wir, noch die Gastmama  Aber zu 2. haben wir das Chaos relativ schnell beseitigt. Nachdem wir dann auch noch den Kühlschrank sauber gemacht hatten, strahlte die Küche im neuem Glanz. Die Gastmama hat sich sehr gefreut.

Als dann auch noch unerwartet Lebensmittel gekauft wurden, waren auch wir glücklich! Endlich hatten wir nach etlichen Tagen mal wieder was zum Essen im Haus!! 

Am Abend haben wir uns dann alle zusammen gesetzt und einen Spül- und Putzplan aufgestellt, damit nicht noch einmal solch ein Chaos ausbricht und die Gastmama uns nicht alles hinterherräumen muss. Bei  15 Leuten fällt nämlich so einiges an.. 

 

Vorher-Nachher-Bilder:

 

 

 

Mittwoch, 22.10.2014

Full House!

Am 14.10 kamen die anderen  5 Freiwilligen aus Deutschland. Nun sind wir 11 Freiwillige+ die 4 Köpfige Gastfamilie. Gar nicht immer so einfach mit 15 Leuten unter einem Dach zu leben. Man hat ständig Leute um sich herumum und selbst auf seinem Zimmer hat man keine Rückzugsmöglichkeit, da man sich eins zu 3. teilt.

Wir haben 1 Dusche (ohne Duschkopf , da dieser letztens abgefallen ist) und 2 halbwegs funktinierende Toiletten. Es kann schon mal passieren, dass man Ewigkeiten wartet bis man endlich mit duschen an der Reihe ist und dann plötzlich das Wasser ausfällt. Oder ganz schlimm: Man steht schon eingeschäumt drunter und plötzlich streikt das Wasser.  Alles schon passiert und ganz schön nervig.

Mit den Toiletten hatten wir hier auch schon so unsere Probleme. Ständig vorstopfen die oder laufen über. Innerhalb von 2 Wochen war der Klempner 2 Mal da  Unsere Gastfamilie war darüber nicht so erfreut, da dieser jedes Mal 400 Cedi kostet. Jedenfalls dürfen wir jetzt kein Klopapier mehr in die Toiletten schmeißen sondern in den Abfalleimer daneben.. Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen  Aber das ist nun mal Afrika.. 

 

Was noch etwas Schwierig war: Unsere Verpfelegung. Eigentlich ist es logisch, dass man für 11 Köpfe mehr Lebensmittel und Wasser einkaufen muss als für 5. Aber unsere Gastfamilie hat das irgendwie nicht so ganz verstanden. Ständig was das Essen aus, das Wasser leer oder es wurde zu wenig gekocht. Wir sind jeden Tag los und haben uns eigene Lebensmittel gekauft, obwohl die Gastfamilie dafür zuständig ist. Immerhin bekommt diese genug Geld von unserer Organisation zu Verfügung gestellt. Wir haben das Thema mit unserem Gastvater besprochen und ihm eine Einkaufsliste gemacht. Mit dieser ist er dann aus dem Haus gegangen und 6 Tage spurlos verschwunden. Wir waren so verärgert, dass wir das direkte Gespräch mit Volunta gesucht haben. Daraufhin halt Volunta unserem Gastvater geschrieben und am nächsten Tag war er+ Lebensmittel wieder im Hause. Seit dem läuft es auch etwas besser. Da man sich hier aber nicht 100%ig auf die Leute verlassen kann, haben wir es so geregelt, dass wir ab Januar unser Verpflegungsgeld direkt bekommen und uns eigenständig versorgen. 

 

Außerdem wollte ich noch erzählen, dass der Tag, an dem die anderen Freiwilligen ankamen sehr chaotisch verlief. 

Laura, Alina und Hannah sind gegen Mittag auf den Central Market gefahren um sich neue Stoffe zu kaufen, ich saß auf der Terasse und habe gezeichnet, Vincent hat Wäsche gewaschen. Aufeinmal ruft die Gastmutter ganz aufgeregt: Cindy, Cindy, schnell wir müssen ins Krankenhaus, Hannah ist auf dem Markt kollabiert. Vincent und Ich haben alles stehen und liegen lassen und haben uns zusammen mit der Mutter direkt auf den Weg gemacht. Am Krankenhaus angekommen, durften wir das Gebäude nicht betreten, da noch keine Besuchszeit war. Deshalb kamen Laura und Alina raus. Sie waren beide total aufgelöst und haben uns erzählt was passiert ist. Hannah wurde es auf dem Markt irgendwie komisch, daraufhin ist sie zu Boden gefallen, hat die Augen verdreht und mit dem ganzen Körper gezuckt. Der Central Market ist riesig, eng und voll! Alle Leute standen um Hannah, schütteten ihr Wasser, Öl und sonst noch irgendwelche Sachen ins Gesicht und wollten ihr einen Geist austreiben. Total verrückt. Es hat eine ganze Weile gebraucht, bis die anderen Hannah aus der Menge befreit haben und in ein Auto tragen konnten.

Alina und Laura haben gesagt, dass wir ein Stückchen um das Krankenhaus laufen sollten. Hannah würde an einem offenen Fenster liegen, dort könnte man mal nach ihr schauen. Sie sah wirklich sehr erschöpft aus und war an einem Sauerstoffgerät angeschlossen. Rundherum lagen so viele Menschen mit irgendwelchen Verletzungen- das war wirklich kein schöner Anblick. Es war auch alles so eng und nicht wirklich sauber.. 

Hannah wurde dann irgendwann in einen anderen Raum verlegt. Da wir leider immer noch nicht zu ihr rein durften sind wir wieder um das Krankenhaus gelaufen bis wir sie gefunden haben. Auf einmal kamen 2 Security-Leute, haben uns weggejagt und gedroht die Polizei zu rufen. Wir habens dann einfach noch mal t am Haupteingang versucht- leider ohne Erfolg. 

Da Hannah nicht wollte, dass jemand Blut abnimmt oder irgendwelche Untersuchungen an ihr macht, musste sie das Krankenhaus verlassen. Sie hat einen kurzen Text geschrieben, dass sie auf eigene Veranrwortung geht.

Daraufhin wurde sie in die Privat-Klinik der Universität gebracht. Die ist natürlich nicht so billig aber um einiges besser. Dort wurde Hannah weiter behandelt und durfte am Abend wieder nach Hause gehen.

 Die anderen Freiwilligen sind also passend angekommen- mittem im Chaos! 

 

 

Sonntag, 19.10.2014

Eine Nacht am Strand

Freitag Nachmittag sind Laura, Vincent und ich mal wieder spontan mit dem TroTro Richtung Küste gefahren. Auf der Fahrt haben wir darüber nachgedacht, wie cool es wäre, eine Nacht unter freiem Himmel am Strand zu verbringen. Unsere Gedanken haben wir dann auch direkt in die Tat umgesetzt.  Wir entschieden uns zur Cape Coast zu fahren um dort etwas zu essen. Danach haben wir uns mit Sack und Pack+ Bier ein Plätzchen am Strand gesucht. Wir haben es uns gemütlich gemacht und sind total schnell eingeschlafen  Gegen 02:00 Uhr wurden wir wieder wach. Da es sehr frisch war und wir etwas Angst vor Überfällen hatten, haben wir kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt und doch ein Zimmer zu nehmen. Aber als gegen halb 4 ein paar nette Männer uns ein paar Matten zum Schlafen gebracht haben und eine große Shisha, haben wir es uns doch wieder anders überlegt  Wir saßen noch einige Zeit zusammen, bis sich die Männer verabschiedet haben. Daraufhin sind wir wieder eingeschlafen  Gegen 6 wurden wir dann langsam von der Sonne geweckt. Es war wirklich ein wahnsinnig schönes Gefühl dort eingemummelt im Sand zu liegen und den Sonnenaufgang anzusehen. Als es richtig hell war, fing es leicht an zu tröpfeln. Wir packten unsere Sachen zusammen, schnappten uns ein Taxi und machten uns weiter auf dem Weg nach Elmina. Wir fuhren einige Kilometer am Strand entlang und kauften uns warme Bällchen am Straßenrand zum Frühstück.

 

 

 

In Elmina checkten wir in ein Hostel am Strand ein und haben uns erst noch mal eine Runde aufs Ohr gehauen. Unsere Bleibe war wirklich total schön hergerichtet- mit Liebe zum Detail. Wir haben uns dort wirklich sehr wohl gefühlt, obwohl wir kein fließend Wasser und Strom hatten. Am Abend konnten wir uns jedoch von der Bar kleine Solarlämpchen mit aufs Zimmer nehmen.

 

Eingangsbereich:

 

Aussicht von unserer Bar:

 

Hier sieht man die Solarlämpchen, die den ganzen Tag in der Sonne aufgeladen werden:

 

 Die Fußwege waren mit Flaschen verziert:

 

 Toiletten- und Duschhäuschen:

 

 Bücher zum ausleihen:

 

 Lehmhüttchen:

 

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, gingen wir runter an Strand. Dort haben wir einen Mann mit einem Pferd getroffen. Da es schon immer ein Traum von mir war am Strand entlang zu galoppieren fragte ich ihn, ob ich eine Runde reiten könnte. Und tatattata gegen ein paar Cedis durfte ich. Es hat mir wirklich riesigen Spaß gemacht!!

 

 

 

 

 

Mittwoch, 08.10.2014

Kleines Projekt in der Schule

Nach dem Reinfall von letzter Woche, haben wir uns selbst ein paar Aktionen ausgedacht, welche wir mit den Kindern durchgeführt haben. Und sie kamen so viel besser an!  DIe Kinder hatten richtig Spaß dabei.

 

Wir haben mit den Kindern zusammen das Buch "der Regenbogen-Fisch" gelesen. (Weclches uns von Hannas Mama zugeschicht wurde). Anschließend durften sie mit Wachsmalern ein Fisch malen. Natürlich sah der Fisch nicht nach einem Fisch aus, da die Kinder erst 2 Jahre alt sind. Danach haben wir aus den gemalten Bildern Schuppen ausgeschnitten und einen Fisch gebastelt. Diesen haben wir dann gemeinsam im Klassenzimmer aufgehängt. Die Kinder haben sich sehr über den Fisch gefreut. Die Direktorin und die anderen Lehrer waren auch sehr beigeistert von der Idee und wollen ebenfalls mit uns einen Fisch für ihre Klassen basteln.  

 

 

 

Als 2. Aktion haben wir zusammen mit den Kindern geknetet. Die Knete haben wir hier in einem Schreibwarenladen entdeckt und direkt eine große Box mit Förmchen gekauft. Die Knete kam bei den Kindern wirklich gut an. Manche wussten leider nicht so Recht, was sie damit anfangen sollten. Aber nachdem ich ein kleinen Imput gegeben habe, haben sie sich recht schnell selbst damit beschäftigt. Es war aber etwas nervig, dass ein paar Kinder die Knete ständig auf den Boden geschmissen haben, obwohl ich ausdrücklich gesagt habe, dass sie die Knete nicht werfen und in den Mund nehmen sollten. Da wir eine sehr große Klasse mit 24 Kindern haben, haben wir die Kinder in 8er Gruppen eingeteilt, sonst wär das totale Chaos ausgebrochen  

 

 

 

 

Auch wenn es wirklich sehr anstrengend für uns war, war es einfach nur total schön zu sehen, wie viel Spaß die Kinder bei den Aktionen hatten. Wir werden uns auf jeden fall noch einige weitere einfallen lassen.

 

Bis bald! 

 

 

Montag, 06.10.2014

Besuch beim Frisör :-D

Wir waren dieses Wochenende mit unserer Gastmutter beim Frisör.  Die Ghanaer haben hier ihre ganz eigenen Methoden. Ich habe mir Rastas machen lassen. Es wurde an mein echtes Haar Kunsthaar befestigt und zu ganz vielen Zöpfen geflochten. Die anderen haben sich ihr eigenes Haar ganz eng an die Kopfhaut flechten lassen und Kunsthaar annähen lassen.  So hatte Laura nicht mehr braune lange Haare sondern eine lockige Kurzhaarfrisur und Hannah hat von blond auf schwarz gewechselt.

Aber Gott sei dank konnten wir die Frisuren raus machen, wann immer uns danach war...  Das ist dann auch schon am nächsten Tag passiert.  Meine Haare waren nämlich total schwer und den anderen war mega warm unter den vielen Haaren.  Und es sah halt einfach nur scheiße aus. 

Für meine Friur haben die Frauen am längsten gebraucht- ganze 3,5 Stunden!. Und insgesamt haben wir von halb11 bis halb6 beim Frisör gesessen, da wird nicht alle Gleichzeitig dran kamen. 

 

Meine Rastas wurden nach und nach angeflochten: 

 

Bei den anderen Frisuren wurden die eigenen Haar zu erst an den Kopf geflochten:  

 

Und anschließend wurden die unechten Haare dran genäht:

 

Bis es dann so aussah: 

 

Vorher:

 

Nachher: 

 

Und als ich am nächsten Tag die unechten Haare rausgemacht habe, war das einfach nur mega die Befreiung und sah ungefähr so aus :