Freitag, 15.05.2015

Enttäuschung!

Alina und ich haben Wetten abgeschlossen, ob die Reifenschaukel heute noch hängen wird oder nicht. Und siehe da, sie hing nicht mehr. Allerdings haben sich die Kinder aus dem Seil eine neue Schaukel gebaut, mit einem Brett anstatt dem Reifen. 

Ich war ja froh, dass sie unsere Idee quasi aufgegriffen und sich eine andere Schaukel gebaut haben aber irgendwie war es schon etwas enttäuschend. 

Es ist halt jedes Mal das selbe. Man gibt sich Mühe, organisiert was und am nächsten Tag sieht man davon nicht mehr, es verschwindet oder liegt irgendwo kaputt in der Ecke. Das ärgert einen einfach! Oder heute hatte ich Bonbons für die Kinder dabei. Von den Meisten kam kein Danke sondern ein trockenes "Gib mir mehr" .. Wenn ich die Kinder drauf Aufmerksam gemacht habe, Danke zu sagen, wurde ich nur blöd nachgeäfft.

Ich vergleiche mein Waienhaus in Kumasi immer ganz gerne mit dem in Tepa. Und wenn ich die beiden so vergleiche, wird mir immer wieder klar, dass meine Hilfe in Kumasi etwas fehl am Platz ist und in Tepa viel mehr gebraucht werden könnte.

Das Waienhaus in Kumasi bekommt sehr viele Spenden und hat öfter Freiwillige. Tepa hat weder das eine noch das andere. In Tepa freuen sich die Kinder immer sehr über mich- in Kumasi nur ein paar wenige. Wenn ich den Kindern in Tepa etwas mitbringe, wird das sehr geschätzt, man bedankt sich und betet. Die Kinder dort haben Lust etwas mit mir zu unternehmen, sind neugierig. In Kumasi ist das leider das Gegenteil. 

Volunta haben wir unser Problem bereits ausführlicher mitgeteilt. Übrigens sind wir da nicht die Einzigen. Die anderen Freiwilligen fühlen sich ebenfalls überflüssig  in ihren Einsatzstellen. Unseren Einsatzstellen geht es nämlich für ghanaische Verhältnisse recht gut. Dort wo wirklich Hilfe gebraucht wird, außerhalb der Stadt, auf den ländlichen Gebieten, fehlt es leider an allen Enden. Volunta war sehr aufgeschloßen und hat sich für die Informationen bedankt. Wir sind die ersten Freiwilligen von Volunta in Ghana- es ist alles noch am Anfang. Von daher ist es gut, dass wir Volunta daraufhinweisen und ihnen Verbesserungsvorschläge machen. Wenn Volunta ein neues Land in ihr Projekt aufnimmt, werden die Freiwilligen immer erst mal in Städte geschickt. Hier ist es leichter sich einen Überblick zu verschaffen und die Situation einzuschätzen. 

Ich bin gespannt wie sich das Prjojekt hier in Ghana entwickeln wird. Den Anfang haben wir gemacht.