Mittwoch, 22.10.2014

Full House!

Am 14.10 kamen die anderen  5 Freiwilligen aus Deutschland. Nun sind wir 11 Freiwillige+ die 4 Köpfige Gastfamilie. Gar nicht immer so einfach mit 15 Leuten unter einem Dach zu leben. Man hat ständig Leute um sich herumum und selbst auf seinem Zimmer hat man keine Rückzugsmöglichkeit, da man sich eins zu 3. teilt.

Wir haben 1 Dusche (ohne Duschkopf , da dieser letztens abgefallen ist) und 2 halbwegs funktinierende Toiletten. Es kann schon mal passieren, dass man Ewigkeiten wartet bis man endlich mit duschen an der Reihe ist und dann plötzlich das Wasser ausfällt. Oder ganz schlimm: Man steht schon eingeschäumt drunter und plötzlich streikt das Wasser.  Alles schon passiert und ganz schön nervig.

Mit den Toiletten hatten wir hier auch schon so unsere Probleme. Ständig vorstopfen die oder laufen über. Innerhalb von 2 Wochen war der Klempner 2 Mal da  Unsere Gastfamilie war darüber nicht so erfreut, da dieser jedes Mal 400 Cedi kostet. Jedenfalls dürfen wir jetzt kein Klopapier mehr in die Toiletten schmeißen sondern in den Abfalleimer daneben.. Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen  Aber das ist nun mal Afrika.. 

 

Was noch etwas Schwierig war: Unsere Verpfelegung. Eigentlich ist es logisch, dass man für 11 Köpfe mehr Lebensmittel und Wasser einkaufen muss als für 5. Aber unsere Gastfamilie hat das irgendwie nicht so ganz verstanden. Ständig was das Essen aus, das Wasser leer oder es wurde zu wenig gekocht. Wir sind jeden Tag los und haben uns eigene Lebensmittel gekauft, obwohl die Gastfamilie dafür zuständig ist. Immerhin bekommt diese genug Geld von unserer Organisation zu Verfügung gestellt. Wir haben das Thema mit unserem Gastvater besprochen und ihm eine Einkaufsliste gemacht. Mit dieser ist er dann aus dem Haus gegangen und 6 Tage spurlos verschwunden. Wir waren so verärgert, dass wir das direkte Gespräch mit Volunta gesucht haben. Daraufhin halt Volunta unserem Gastvater geschrieben und am nächsten Tag war er+ Lebensmittel wieder im Hause. Seit dem läuft es auch etwas besser. Da man sich hier aber nicht 100%ig auf die Leute verlassen kann, haben wir es so geregelt, dass wir ab Januar unser Verpflegungsgeld direkt bekommen und uns eigenständig versorgen. 

 

Außerdem wollte ich noch erzählen, dass der Tag, an dem die anderen Freiwilligen ankamen sehr chaotisch verlief. 

Laura, Alina und Hannah sind gegen Mittag auf den Central Market gefahren um sich neue Stoffe zu kaufen, ich saß auf der Terasse und habe gezeichnet, Vincent hat Wäsche gewaschen. Aufeinmal ruft die Gastmutter ganz aufgeregt: Cindy, Cindy, schnell wir müssen ins Krankenhaus, Hannah ist auf dem Markt kollabiert. Vincent und Ich haben alles stehen und liegen lassen und haben uns zusammen mit der Mutter direkt auf den Weg gemacht. Am Krankenhaus angekommen, durften wir das Gebäude nicht betreten, da noch keine Besuchszeit war. Deshalb kamen Laura und Alina raus. Sie waren beide total aufgelöst und haben uns erzählt was passiert ist. Hannah wurde es auf dem Markt irgendwie komisch, daraufhin ist sie zu Boden gefallen, hat die Augen verdreht und mit dem ganzen Körper gezuckt. Der Central Market ist riesig, eng und voll! Alle Leute standen um Hannah, schütteten ihr Wasser, Öl und sonst noch irgendwelche Sachen ins Gesicht und wollten ihr einen Geist austreiben. Total verrückt. Es hat eine ganze Weile gebraucht, bis die anderen Hannah aus der Menge befreit haben und in ein Auto tragen konnten.

Alina und Laura haben gesagt, dass wir ein Stückchen um das Krankenhaus laufen sollten. Hannah würde an einem offenen Fenster liegen, dort könnte man mal nach ihr schauen. Sie sah wirklich sehr erschöpft aus und war an einem Sauerstoffgerät angeschlossen. Rundherum lagen so viele Menschen mit irgendwelchen Verletzungen- das war wirklich kein schöner Anblick. Es war auch alles so eng und nicht wirklich sauber.. 

Hannah wurde dann irgendwann in einen anderen Raum verlegt. Da wir leider immer noch nicht zu ihr rein durften sind wir wieder um das Krankenhaus gelaufen bis wir sie gefunden haben. Auf einmal kamen 2 Security-Leute, haben uns weggejagt und gedroht die Polizei zu rufen. Wir habens dann einfach noch mal t am Haupteingang versucht- leider ohne Erfolg. 

Da Hannah nicht wollte, dass jemand Blut abnimmt oder irgendwelche Untersuchungen an ihr macht, musste sie das Krankenhaus verlassen. Sie hat einen kurzen Text geschrieben, dass sie auf eigene Veranrwortung geht.

Daraufhin wurde sie in die Privat-Klinik der Universität gebracht. Die ist natürlich nicht so billig aber um einiges besser. Dort wurde Hannah weiter behandelt und durfte am Abend wieder nach Hause gehen.

 Die anderen Freiwilligen sind also passend angekommen- mittem im Chaos!