Sonntag, 17.08.2014

Going to church

Heute morgen klingelte um 7 Uhr der Wecker. Ganz schön früh für nen Sonntag Zu Hause würde ich niemals auf die Idee kommen zu solchen Uhrzeiten aufzustehen. Aber wir wollten hier ja schließlich in die Kirche gehen.

Wir machten uns alle ganz schick, zogen schöne Kleider an und fuhren mit dem Bus um 8Uhr zur Kirche.

Als wir dort ankamen waren wir ganz schön überwältigt. Wir kamen in eine riesige Halle, mit wahnsinnig vielen Menschen. Auf der Bühne stand ein Chor und eine Sängerin, die wahnsinnig gut singen konnten und ne mortz Stimmung verbreitet haben

Jeder war am tanzen oder singen, riss die Hände in die Luft und strahlte übers ganze Gesicht. Selbst die Predigt war nicht so langweilig wie bei uns. Es wurde einfach nur laut geschrien und gelacht dabei.

Danach, sind wir alle aus der Kirche raus und gingen in ein Nebengebäude. Dort teilten wir uns in Kleingruppen auf, in denen wir über die Bibel und Vorurteile sprachen. Es ging um Homosexuelle, Tätowierte, Menschen mit grellen Haaren usw. Erstaunlicherweise, hatten die Afrikaner mit all den Menschen keine Probleme. Aber leider haben wir nicht alles komplett verstanden, obwohl es auf englisch war. Aber wie gesagt, die Menschen hier, betonen das alles so komisch.

Nach einer Stunde sind wir dann wieder zurück in die Kirche. Dort ging es dann weiter mit Predigten und Kinder haben Briefe von Kindern vorgelesen, die an ihre Eltern gerichtet waren. Von denen wir etwas geschockt waren... Kinder haben ihre Wünsche geäußert wie zum Beispiel: Mama, Papa, ich wünsche mir so sehr, dass ihr mir mal eine Gute Nacht Geschichte vorlest oder mich umarmt bevor ich ins Bett gehe oder ich will nicht nicht, dass mein Papa meine Mama schlägt, nur weil sie nichts gekocht hat. Wir waren sehr schockiert, vor allem weil die ganze Kirche über die Briefe gelacht hat. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass in älteren Generationen manche Frauen stolz darauf waren, von ihrem Mann geschlagen zu werden. So konnte man nämlich zeigen, dass man verheiratet ist. Jedenfalls mussten wir noch 2,5 Stunden dort sitzen bleiben und es war sooooooo anstrengend. Am liebsten wären wir aufgestanden aber das konnten wir nicht bringen. Insgesamt saßen wir also ganze 4 Stunden in der Kirche. Ich war danach wirklich bedient

 

 

 

Mein Fazit: Die Musik und die ersten Predigten waren richtig cool und interessant, aber wenn man dann noch stundenlang ruhig da sitzen muss und nur die Hälfte versteht, wird’s echt langweilig

Achja und nochwas: Ich ernähre mich jetzt auch Vegetarisch. Als ich nämlich die kranken und zerupften Hühnchen auf der Straße, im Müll und in den engen Käfigen gesehen habe, hab ich das Zeug nicht mehr runter bekommen. Genau so teilte ich das auch der Gastmutti mit und für die war das gar kein Problem. Sie musste nur etwas schmunzeln 

Und außerdem, ist hier an fast jedem Essen so komischer Dosenfisch dran, der auch echt komisch schmeckt. Allgemein ist hier das Essen komplett anders. Wir haben die Woche jetzt schon 4mal geröstete Kochbananen gegessen. Die kommen und mittlerweile schon zu den Ohren raus.

So ne 4 Käsepizza oder Käsetortellini mit Käsesoße und Streukäse wär jetzt mal was feinesUnd wo ich grad so über Käse nachdenk, ich hab hier in Kumasi noch nicht ein Stückchen gesehen.

Nächsten Sonntag will uns die Gastmutti Fufu machen. Das ist ein typisch ghanaisches Gericht, welches ich zu Hause schonmal versucht habe nachzukochen. Ist mir leider misslungen.. bin schon gespannt wie es schmecken wird.